Das Druidentor.
AutorWolfgang Hohlbein
VerlagHeyne
Seiten542
Edition28. A.
FormatTaschenbuch
Release01.01.1993
EAN9783453088436
ISBN0003453088433
KategorienScience Fiction
Beschreibung
Tessin-Urlauber kennen die Verkehrsmisere an den Uferstrecken des Lago Maggiore aus eigenem Erleben: Stau und zähfließender Verkehr auf den Routen nach Italien. Um diesem Umstand abzuhelfen, baut die Schweiz einen Bahntunnel durch das Gebirgsmassiv oberhalb des Touristenortes Ascona. Merkwürdige Dinge ereignen sich bereits beim Bau der Tunnelstrecke -- der Berg scheint ein eigenes, unbegreifliches Leben zu besitzen. Eindringlich mahnt ein altersloser Eremit, der die Baubrigaden bei ihrem Treiben beobachtet, vor der Gefahr ihrer Arbeit. Das Unerwartete geschieht dann drei Jahre nach der Eröffnung der Bahnstrecke: Ein hunderte von Millionen Mark teurer High-Tech-ICE der deutschen Bundesbahn bleibt im Tunnel stecken. Offenbar scheint seine Reisezeit sich innerhalb des Tunnels um 200 Jahre gedehnt zu haben -- ein Klumpen Schrott steht auf den Gleisen, mumifizierte Fahrgäste werden geborgen. Die offiziellen Stellen vertuschen dies zunächst und sprechen von einem Terroranschlag. Internationale Militärs riegeln das Gebiet ab. Bis dahin ist an Hohlbeins bis zum Schluß spannend erzählter Handlung als gut gemachte Fantasy-Unterhaltung überhaupt nichts auszusetzen. Doch dann bringt er im weiteren Verlauf zunehmend zusammenhanglos und oberflächlich alle Schamanen und Aborigines der Welt zu geheimnisvollen Tänzen und Riten an den Strand von Ascona, wo sie endlich auf dem Grunde des Sees in einer Art Zeit-Atomblitz verglühen, weil sie angeblich ihre (dem Leser unbekannte) Aufgabe erfüllt haben. Zu allem Überfluß entpuppen sich dann ein Ingenieur, ein Polizist und eine Hausfrau am Ende des Romans als die wahren Bewahrer des (unbekannt gebliebenen) Geheimnisses: Die Welt wechselt in einem Moment durch das unbegreifliche schwarze Loch im Innern des Berges und -- das war´s dann. Fazit: Ein hohles Bein, das zu lesen nicht unbedingt lohnt, es sei denn man sitzt in Hohlbeins schwarzem Loch in Ascona und hat alle Zeit der Welt. --Manuela Haselberger
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