Haider, Schatten über Europa
AutorHans-Henning Scharsach | Kurt Kuch
VerlagKiepenheuer & Witsch
Seiten332
Edition1. Aufl.
FormatTaschenbuch
Release01.01.2000
EAN9783462029635
ISBN0003462029630
KategorienFachbücher, Politik & Geschichte
Beschreibung
Er ist immer für Schlagzeilen gut, in ganz Europa, der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Und er ist auch Objekt diverser Sach- und Fachbücher über ihn und seine Partei, über sein Herkommen, Weiterkommen, Einkommen. Einer der fundiertesten Kenner des "einfachen Parteimitglieds" ist der stellvertretende Chefredakteur des Wiener Wochenmagazins News , Hans-Henning Scharsach. Nach den Büchern Haiders Kampf und Haiders Clan , beide Sachbuch-Bestseller, hat sich Scharsach nun zum dritten Mal des Themas angenommen: Haider. Schatten über Europa . Unterstützt wurde er diesmal von seinem News -Kollegen Kurt Kuch, und "die Zwei" haben ein umfangreiches Kompendium zusammengestellt, fokussiert auf die ideologischen Inhalte von Haider und seiner Partei FPÖ. Wer jetzt meint, solch trockener Stoff sei gänzlich ungeeignet für spannende Lesestunden, der irrt gewaltig. Denn die im Buch dokumentierten Zitate, Sachverhalte und Zusammenhänge sind gewaltig, sowohl was die Quantität als auch die Qualität angeht. Die beiden Autoren haben geprüft und gecheckt und gesammelt, unterteilten ihr Werk in Kapitel und Unterkapitel (z.B. "Haider und der Nationalsozialismus", "Feindbilder und Sündenböcke", "Haiders Helfer"). Interessant -- neben der Vielzahl von Informationen und Originalzitaten -- ist vor allem das Kapitel zu Haiders Regierungsteam, und dabei wiederum die umfassende Vorstellung des Justizministers und ehemaligen Haider-Anwalts Dieter Böhmdorfer. Das ist spannend zu lesen wie ein Krimi, wie ein packender historischer Roman -- nur ist alles eben Non-Fiction, also nicht erfunden, sondern Realität. Scharsach und Kuch möchten mit diesem kompakten Band auch "jenen Helfern und Verbündeten, Mitläufern, Wegschauern und Opportunisten im In- und Ausland das Alibi nehmen", wie sie in der Einleitung schreiben, "die Haiders ideologischen Hintergrund entweder tatsächlich nicht erkennen oder nicht erkennen wollen". Scharsach ist sicher ein profunder Kenner seines "Objekts der Recherche", aber er ist auch ein engagierter, das heißt ein "zorniger" Autor, wie der Politikwissenschafter Peter Pelinka im Vorwort betont. Und dieser Zorn über die gefährliche Grauzone zwischen offener Fremdenfeindlichkeit und Neonazismus einerseits und der offiziösen Politik andererseits ist wohl treibende Kraft gewesen, solch ein dichtes Konvolut zusammenzustellen. Das trotz aller Sachlichkeit -- oder gerade deswegen -- die Lektüre so spannend macht. --Horst Steinfelt
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