Dial: Help
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Mit Dial: Help lieferte Cannibal Holocaust -Regisseur Ruggero Deodato einen kleinen, aber feinen Endachtziger-Giallo ab, der durchaus Daseinsberechtigung genießt. Neben Playmate Charlotte Lewis ( Auf der Suche nach dem goldenen Kind ), die hier in ihrer dritten Rolle zu sehen ist, gibt B-Movie-Tausendsassa William Berger sein Stelldichein in dem italienischen Thriller, der, nicht ohne eine persönliche Note zu entwickeln, die Filme Dario Argentos kopiert. Jenny ist unglücklich verliebt und versucht untentwegt ihren Freund in Übersee zu erreichen, was an den zunächst scheinbar defekten Telefonleitungen scheitert. Nach weiteren Versuchen verdeutlichen sich die Zeichen, dass mehr an der Sache ist als einige bloße Störgeräusche. Die Leitungen sind von einer Art Energie befallen, die sich (so seltsam es klingen mag) in Jenny verliebt hat. Getrieben von einer unerwiderten Zuneigung, schlägt diese schnell in Zorn um, der sich gegen alles und jeden richtet, der mit Jenny zu tun hat. Der einzige Verbündete an ihrer Seite ist ihr Nachbar, der alle Hände voll zu tun hat, Jenny zu retten und dabei nicht selbst getötet zu werden. Obwohl Deodatos Film in die Richtung Argentos schlägt, kann er nicht dessen Größe entwickeln, denn dafür ist Dial: Help doch etwas zu kalkulierbar, wenn man ihm gleichwohl einige nette Ideen und -- trotz FSK-16-Rating -- gelungene Gore-Einlagen zugestehen muss. Trotz oder gerade wegen des offensichtlichen Plagiats versteht es Deodato zu unterhalten und sorgt mit einer kruden Mixtur aus mordenden Telefonen und einem Quentchen Erotik für ansprechendes Entertainment, das sich wie die Schnittmenge aus Dick Maas Fahrstuhl des Grauens und Argentos Profondo Rosso präsentiert. --Daniel Hofmann