Lenny Kravitz - Lenny Live
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| Darsteller | Lenny Kravitz |
| Regie | Mark Seliger |
| Freigabe | ohne Alterseinschränkung |
| Ländercode | Code 0 (Frei) |
| Laufzeit | 100 Minuten |
| Sprache | Englisch, Dolby Digital 2.0 Stereo |
| Anzahl | 1 |
| Medium | DVD |
| Release | 02.12.2002 |
| EAN | 0072434905299 |
| Kategorien | Musik |
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Kann es eigentlich so etwas wie eine Retro-DVD geben? Die Antwort müsste bei einem Medium, das sich selbst als die Speerspitze moderner Bild- und Tonträger definiert, natürlich Nein lauten. Nicht aber bei Lenny Kravitz. Unser Mann aus New York, der immer wieder betont, dass er auch musikalisch am liebsten in die 60er- und 70er-Jahre zurück will, hat auch aus der DVD ein rückwärts gerichtetes Format modelliert. Das fängt schon beim Vorspann an, der einen vergessen macht, dass man vor einem futuristisch anmutenden Kasten namens DVD-Player sitzt. Stattdessen entführen die Split-Screen und die psychedelisch geformten Buchstaben bei den Credits im Vorspann direkt in die Ära der Blackxploitation-Filme der frühen 70er-Jahre. Und diese Atmosphäre setzt sich beim Herzstück der DVD -- Live-Mitschnitten aus verschiedenen Städten auf Lennys Welttournee im Jahr 2002 -- nahtlos fort. Nur dass hier die großen Konzertfilme aus jener Zeit Vorbild standen. Offenbar haben sich Regisseur Mark Seliger und sein eskapistisch veranlagter Star einige Male die Woodstock -Dokumentation, Jimi Hendrix' Auftritt beim Isle Of Wight Festival 1970 (inzwischen auf der DVD Blue Wild Angel nahezu komplett erhältlich) und natürlich den Led-Zeppelin-Film The Song Remains The Same angesehen. Denn anstatt die Bühne hell auszuleuchten und alles mit gleißendem, aber kalten Licht zu ertränken, räumt Seliger, der seit 1993 als Chef-Fotograf für den Rolling Stone tätig ist, der Dunkelheit ihren Platz ein. Dabei löst er die Lichtstrahlen immer wieder in ihre Spektralelemente auf und setzt den auch damals beliebten Fischaugeneffekt ein, der Gitarrenhälse verbiegt und alles schön rund macht. Aber all das würde natürlich keinen Spaß machen, wenn Lenny zu dieser Inszenierung nicht die absolut perfekt passende Musik spielen würde. Und das tut er. Ohne Drum-Loops, Synthies oder sonst welchen modernen Firlefanz rockt der coole Kravitz durch sein Programm aus alten Klassikern wie "Let Love Rule" und neueren Hits wie "Fly Away", als ob -- man ahnt es bereits -- der Geist von Woodstock und Hendrix in ihm weiterlebt. --Dietmar Schwenger