Maia, Königin von Halassar, ist nicht die Art von Herrscherin, die den ganzen lieben langen Tag nur rumsitzt und Gesetze erlässt. Stattdessen stürzt sie sich mit einer Hand voll Gefolgsleuten selbst ins Abenteuer, bekämpft die Feinde des Landes, sucht Schätze und entschlüsselt kryptische Rätsel. Denn Königin zu sein ist ihr nicht genug -- sie will zur wiedergeborenen Göttin Lamarah werden, so wie es ihr von führenden Geistlichen prophezeit wurde. Aber bis dahin ist es ein langer Weg voller kämpferischer Auseinandersetzungen.
Summoner - A Goddess Reborn ist wie der Vorgänger Summoner ohne die langweiligen Stellen. Endloses Herumlaufen in schönen, aber öden Städten wird dem Spieler ebenso erspart wie als "Quests" getarnte Botengänge. Stattdessen liegt das Hauptaugenmerk auf Action. Schon im Tutorial, einem wilden Gefecht auf sturmumbrausten Schiffsplanken, droht Lebensgefahr. Das runderneuerte Kampfsystem erinnerte eher an Prügel- als an Rollenspiele, was nicht der schlechteste Ansatz ist. Taktik- und Combo-Angeber können nach Herzenslust vom Leder ziehen, aber in der Regel bringt einen energisches Draufkloppen ebenfalls weiter, solange man die KI-Einstellungen für die zwei passiv geführten Figuren mit Bedacht wählt. In diesen Einstellungen wird festgelegt, ob eine Figur, wenn sie nicht aktiv vom Spieler gesteuert wird, sich vorwiegend kämpferisch, magisch oder heilend in die Gruppe einbringt. Das klappt überraschend gut. Besonders Spieler, die Magie pauschal als zu kompliziert abtun, können in den meisten Situationen einfach einen Kämpfer zum Hauptakteur wählen und das Zaubern der Automatik überlassen. Eigentlich gibt es aber wenig Grund, Magie zu meiden. Nach kurzer Einarbeitung geht es ebenso leicht von der Hand wie der Rest der Bedienung. Erstaunlich bei einem Spiel, das etliche Teile des Controllers doppelt und dreifach belegt.
Technisch hinterlässt Summoner - A Goddess Reborn einen zwiespältigen Eindruck. Die Grafik gefällt bisweilen mit schönen Licht- und Wassereffekten, aber einige Umgebungen wirken auch recht spartanisch. Der Ton kann mit schönen Kampfgeräuschen und dramatischer Musik auftrumpfen, aber die Abmischung ist in einigen Passagen misslungen; dann verschluckt die Musik die Dialoge, oder die Stimmen klingen übersteuert.
Alles in allem bietet Summoner - A Goddess Reborn aber zu viel und zu schnellen Spaß, als dass man sich lange an Äußerlichkeiten aufhalten müsste. Ein modernes Action-Rollenspiel mit allem Drum und Dran, das mit seiner komplexen Story und gut ausgearbeiteten Charakteren auch orthodoxere Rollenspieler interessieren dürfte. --Andreas Neuenkirchen
Pro:
- - Spaßiges Kampfsystem
- - Gut funktionierende KI
- - Durchdachtes Bedienkonzept
Kontra:
- - Grafisch nur mäßig beeindruckend
- - Gelegentliche Tonfehler