Manche Kritiker halten Tim Buckley für den besten Sänger seiner Generation. Auch wenn bei dieser Bewertung Bob Dylan nicht berücksichtigt wird, spricht mit dieser Doppel-CD eine ganze Menge für Buckley. Zweifellos konte der Freistilist mit seiner Stimme Dinge anstellen, zu denen nur wenige andere Sänger imstande waren: Buckley sang jenseits jeglicher gewöhnlicher Tonlagen und hielt Noten, wo anderen schon längst die Puste ausgegangen wäre.
Der Freistilist, der von Jazzvokalisten wie Sarah Vaughan gelernt hatte, verwandte seine technischen Fähigkeiten, um seine Stimme in einen seltsamen, tranceartigen Zustand zu versetzen.
An jenem Abend in London, als Tim Buckley vor einem gespannten, aufmerksamen Publikum auftrat, war es, als rezitiere jeder einzelne Ton ein imaginäres Gedicht. Seine Band, die mit Lee Underwood an der Gitarre, David Friedman am Vibraphon und Danny Thompson am Bass an den Sound von Astral Weeks erinnerte, folgte jedem seiner subtilen und explosiven Bewegungen mit mühelosem Elan. --Ray Francis Kasten