Bad Lieutenant
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In diesem 1992 gedrehten Film des Regisseurs Abel Ferrara über einen New Yorker Polizisten am Abgrund der Selbstzerstörung zieht Harvey Keitel mit seiner radikalen Darstellung alle Register und beweist, dass er der wohl furchtloseste Schauspieler seiner oder jeder anderen Generation ist. Der Titel des Films ist wörtlich zu verstehen: Außer dem verzweifelten Bedürfnis nach Erlösung hat Keitels Figur keinerlei höhere Werte. Leonard Maltin's Movie & Video Guide nennt diesen Film zu Recht "mit übertriebenem katholischen Schuldverständnis belastet". Ferrara und Keitel haben ihn jedoch so überzeugend umgesetzt, dass sie über dieses äußerst unangenehme Thema hinauswachsen und ihm eine Art tragische Göttlichkeit verleihen. Der Protagonist ist so widerwärtig und korrupt, dass er die Drogen, die er konfisziert selbst konsumiert oder weiterverkauft. Als er im Fall der brutalen Vergewaltigung einer Nonne ermitteln soll, die sich weigert die Sache zur Anzeige zu bringen, empfindet er dies als die Gelegenheit, seine verdorbene Seele zu retten. In den USA wurde der Film auf Grund seines expliziten Inhalts und einer frontalen Nacktszene, auf die selbst Harvey Keitels Fans hätten verzichten können, erst ab 17 Jahren freigegeben (in Deutschland ab 16). Die einen lieben, die anderen hassen diesen Film, aber nur wenige können sich der Intensität und der inneren Zerissenheit entziehen, mit denen Keitel seine Rolle spielt. Wie auch immer Ihre Reaktion ausfallen mag, unvergesslich bleibt dieser Film für die meisten. --Jeff Shannon
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